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18. Mai 2015

Es ist nie ganz leicht, eine App zu erklären, die noch nicht live ist. Wir sprechen mit unterschiedlichen Menschen, zeigen MockUps, halten ihnen unsere (noch) schlanke Alphaversion unter die Nase und geraten ins Schwärmen. Oder Stottern … hängt ganz vom Gegenüber ab. Hier zwei potentielle Nutzer, die unterschiedlicher nicht sein könnten ….

Am Wochenende hatte jo das Vergnügen, alte Freunde wiederzusehen. Peter, Mitte Vierzig, promovierter Biochemiker. Spezialisiert auf Polymere und Hobbyweinbauer wird – so stellte jo nach Kurzem fest – nicht zu unserer Kernzielgruppe gehören.

„Ja, ich habe ein Handy. Manchmal mache ich es auch an; wahrscheinlich zu selten“, so Peter zu seiner mobilen Nutzung. „Mitte März habe ich die Neujahrsgrüße erhalten. Überhaupt habe ich das Ding nur, wenn ich beim Radeln einen Platten habe und meine Frau mir Werkzeug bringen muss.“

Das wird eine schwere Nuss. Ob unsere App genug Power hat, mobile Verweigerer zur Anschaffung eines Smartphones zu bewegen, wollen wir bei aller Begeisterung für die eigene Idee bezweifeln.

Nur gut, dass wir in unserem Netzwerk auch Praktiker haben. Ulrich ist so einer. Seines Zeichens Berater mit Schwerpunkt Personal und M&A für Medienhäuser und Versicherungen. Pendelt zwischen Mandanten, München, Wien und Gardasee hin und her. Ist selbstständig und auf Effizienz gepolt. Mit 50+ ein klassischer Digital Immigrant, der sich Facebook und WhatsApp erfolgreich verweigert, jedoch XING und LinkedIn für das Active Sourcing, die gezielte Ansprache potentieller Kandidaten, nutzt.

„Stellen Sie sich vor, Sie sind in Köln und haben Leerlauf zwischen Terminen und könnten Ihre Kontakte in der Nähe identifizieren, anschreiben und spontan treffen“, so unsere kleine Story.

„Super! Nehme ich! Perfekt!“ Die Antwort kam so prompt, dass wir trotzdem unsere vorbereitete Dramaturgie zu Ende führen wollten: „Oder Sie sind auf einer Messe (in seinem Fall wäre das Beispiel Buchmesse treffend) und haben sich mit einem Kontakt verabredet, wissen aber nicht, wo Sie ….“

Schon werden wir unterbrochen: „Habe ich verstanden. Nehme ich. Könnte ich dann auch alle meine Kontakte, die auf der Messe sind, identifizieren, anschreiben und treffen? Oder auch andere potentiell interessante Personen entdecken, die suchen, was ich biete? Oder Menschen, mit denen ich etwas Gemeinsames habe? Einen gemeinsamen Kontakt, einen Arbeitgeber, einen Karrieristi ….? Ich bin Euer Nutzer! Mag es jetzt schon!!!!“

So viel Feedback versöhnt. Lässt uns den Unmut der letzten Tage vergessen.

Und mit den Peter dieser Welt werden wir einfach Radeln, ihnen bei der Lese in seinem Weinberg helfen und über seinen Lemberger Rosé fachsimpeln. Ganz analog. Auch schön!

P.S. Ulrich mag auch guten Wein! 😉

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