/ Founders hate Prokrastination!
17. Mai 2015

Warum sind wir Gründer? Ganz einfach: Wir wollen Dinge bewegen. Entscheiden. Die Sachen vorantreiben. Die Welt ein klein wenig verändern. Anpacken. Machen. Tun ….
Vieles mag in der Macht der Gründer liegen. Aber nicht alles. Und wenn es mal nicht klappt, dann sprechen wir selbstbewusst vom Scheitern. Nur ein Aufgeben, das gibt es nicht. Wovon wir Gründer aber nie richtig gewarnt wurden, dass ist das Behäbige um uns herum. Das, was uns verzweifeln lässt. Und die bittere Erkenntnis, dass unsere Schlagzahl eine andere ist, als die der Welt da draußen. 

Wissen Sie, was Prokrastination ist? Wikipedia gibt Auskunft:

Aufschieben, auch Prokrastination (lateinisch procrastinatio ‚Vertagung‘, Zusammensetzung aus pro ‚für‘ und cras ‚morgen‘), Erledigungsblockade, Aufschiebeverhalten, Erregungsaufschiebung, Handlungsaufschub oder Bummelei, ist das Verhalten, als notwendig, aber unangenehm empfundene Arbeiten immer wieder zu verschieben, anstatt sie zu erledigen. Aufschieben gilt als schlechte Arbeitsgewohnheit. Drei Kriterien müssen erfüllt sein, damit ein Verhalten als Prokrastination eingestuft werden kann: Kontraproduktivität, mangelnde Notwendigkeit und Verzögerung.

Es mag nicht in der Absicht unseres Umfeldes liegen, dass manchmal unsere Geduld sehr arg strapaziert wird. Aber gerade vergangene Woche hatten wir eine Reihe von Bereichen, in denen das so zusammenkam. Nun machen wir unserem Unmut Luft. Das hilft uns zwar nicht in der Sache weiter, mag aber maßgeblich zur Nervenschonung beitragen!

Immobilie: Wir müssen unser Büro verlassen. Eigentlich war uns fest zugesagt, wir könnten bis Jahresmitte innerhalb des Gebäudes neue Räumlichkeiten beziehen. Nun ist klar, dass das nix wird. Unser Engagement in Sachen Suche wird aber nicht zum Befreiungsschlag, sondern eher zum Buchbinder-Wanginger-Bürokratie-Hürdenlauf. Wir haben binnen eine Woche hunderte von Objekten gescreent, viele besichtigt. Und nun, da wir glauben, eine schöne Bleibe gefunden zu haben, werden wir mit Selbstauskünften, Schufa-Anfragen und Bilanzraporten erschlagen.

Finanzierung: Im November hieße es noch, das ginge ganz schnell. Im Februar waren die Unterlagen beisammen und die Angelegenheit „angeblich“ nur noch eine kleine Formsache. Ende April, so hieß es kurz darauf, sei das spätestens unter Dach und Fach. Und nun? Mitte Mai sind wir auf Juni vertröstet. So kann man nicht arbeiten. Oder planen. Alles wird gut, sagen wir uns. Und schnallen die Gürtel enger!

Technologie: Was hilft eigene Methodenkompetenz und Expertise im agilen Projektmanagement, wenn die Dienstleister SCRUM nur als Etikett vor sich her tragen? In der agilen Software-Entwicklung geht es um Qualität. Um Geschwindigkeit. Nicht umsonst heißen die Pakete, die gemeinsam mit den Partnern geschnürt werden, Sprints. Aktuell haben wir nur immer wieder den Eindruck, da würde „ge-crawled“ statt „ge-sprinted“. Dienstag wissen wir mehr. Trotzdem liegen unsere Nerven blank.

Marketing & Kommunikation: Den Letzten beißen die Hunde, heißt es so blumig. Nur wie sollen wir marschieren, wenn uns die Richtung, der Takt und das Arsenal fehlen. Bevor die Roadmap der Technologie-Entwicklung nicht steht, die Mittel zur Finanzierung nicht freigegeben sind, so lange müssen wir brav still halten. Eine undankbare Situation für unsere „ungeduldigen“ (besser: agilen) Macher.

Vielleicht mag es uns zum Trost gereichen, dass wir kein Einzelfall sind. Anderen ginge es auch nicht anders … Aber die Erkenntnis will uns nicht so recht helfen. #mehrflow #endlichaction #knotenöffnedich

 

P.S. Und wer hat das Unwort „Zahlungsmoral“ erfunden? Ein paar unserer Consulting- und Eventkunden haben offensichtlich echte ethische Probleme. Aber das ist ein anderes Thema. Ein guter Gründer hält ’s aus! Auch das.

2 thoughts on “Founders hate Prokrastination!

  1. Interessanter Post.

    Mit im Blick darf man bei all dem Ärger haben, dass jeder Input aus der Außenwelt immer auch etwas (eigentlich sogar das meiste) mit uns zu tun hat. So bleibt die erkenntnis, dass wir lernen dürfen, mit den Unwägbarkeiten im Außen umzugehen.

    Und -noch viel wichtiger- die Botschaft für uns darin zu entdecken. Welchen meiner wunden Punkte trifft diese Unzuverlässigkeit, diese Unzufriedenheit in mir? Dieser Lernprozess ist eine Etappe vom Gründer zum Unternehmer.

Comments are closed.

Top