/ #fitfordigital
15. April 2015

… so der Hashtag des Abendgesprächs „Fit for Digital Publishing“, zu dem die Akademie der Deutschen Medien einlud.  jo folgte dem Ruf. Der Untertitel der Veranstaltung weniger verheißungsvoll: „Welche Kompetenzen brauchen Führungskräfte in Verlags- und Medienunternehmen heute?“ Bei unserer flachen Hierarchie (3 gleichberechtigte Chefs) war hier nicht ganz so viel Erkenntnisgewinn zu erwarten. Aber #fitfordigital, das klang spannend.

Auf der Bühne (unter der souveränen Moderation der geschätzten Martina Steinröder) drei Meister ihres Faches:

  • Werner Pehland, seines Zeichens Geschäftsführer WEKA Media,
  • York von Heimburg, Vorstand IDG Communications Media AG und
  • Stephan D. Joß, Geschäftsführer Hanser Verlag

Eine bunte Mischung! Während York von Heimburg konstatiert, dass sich sein Verlag längst zum Dienstleister gewandelt hat („es zählt nur das, was messbar ist“), lehnt sich Joß gelassen zurück („unser Haus ist sexy […] man könne noch Vieles einfach ausprobieren“). Pehland fordert, man müsse „Flops“ rechtzeitig „nach einem Jahr“ abbrechen. Gerade letztere Haltung ist korrekt, doch nicht agil genug, dass sie bei der digitalen Transformation wirklich weiterhilft. Ob etwas ein Flop ist, weiß der Unternehmer, der nach Lean-Startup-Methoden agiert, schon viel früher.

Von Heimburg bringt die Misere der Branche auf den Punkt:

Verlage denken, sie wären digital, dabei sind sie meilenweit davon entfernt!

Hier will auch jo anknüpfen und stellt die (im Übrigen einzige) Gretchenfrage:

Gehen Verlage tatsächlich davon aus, „digital Publishing“ und „digital Business“ dasselbe wären? Ist es damit getan, das analoge, lineare Geschäftsmodell zu digitalisieren und weiterhin linear zu betreiben? Ist das wirklich nachhaltig? Kann so die Zukunft eines Verlages oder Medienunternehmens gesichert werden?

Die drei Verlage, die ganz unterschiedlich aufgestellt sind, gehen mit der Frage gleichfalls unterschiedlich um: Während Hanser zugibt, dass Geschäftsmodell sei noch das alte, würde aber nur digital substituiert, fordert von Heimburg ein radikales Umdenken. Man müsse in neue digitale Geschäftsmodelle innovieren. Pehland bleibt eine Antwort schuldig. Auch das ist deutlich.

Im Anschluß an die Diskussion spannt Prof. Klaus Kreulich (Vizepräsident Hochschule München) noch den Bogen zum Untertitel und stellt den neuen berufsbegleitenden Masterstudiengang Management Digitales Publizieren vor. 2,5 Jahre, 16.000 Euro. Ein Schnäppchen für Unternehmen, die Mitarbeiter zum digitalen Allrounder machen wollen, der Technologieexpertise, Führungskompetenz, Projektmanagement und Weitsicht verbindet.

So viel zur Sache! Das persönliche Fazit von jo fällt versöhnlicher aus:

Es war schön, York mal wieder zu sprechen (über Privates, aber auch miitya), mit Klaus Kreulich an die Überlegungen anzuknüpfen, einen Masterstudiengang Social Media zu installieren (aber für das Management Digitales Publizieren sei jo gesetzt), Heike Bedrich nach langer Zeit mal wieder zu treffen (und sie zur Betatesterin unserer App zu konvertieren), sich ein wirklich positives Bild von Stephan Joß zu machen, guten Rotwein (nicht nur für die Qualität der Sprecher ist Bernd Zanetti, Chef der Medienakademie, ein Garant) zu trinken und einen vergnüglichen und anregenden Abend im Literaturhaus zu verbringen. #fitfordigital #fitforchange #fitforevent

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