/ Agiler Coach
16. März 2015

Roland muss heute um 12 Uhr los, denn um 13 Uhr findet das nächste Meeting beim Kunden statt. Ab dreizehn Uhr folgen die Meetings Schlag auf Schlag. Hier ein Gespräch, da ein Dokument, noch schnell eine E-Mail, ein persönliches Gespräch unter vier Augen – immer mit einem Ziel: die Agilität im Unternehmen zu erhöhen.

Was sich nach Aktivismus anhört, ist in Wirklichkeit ein koordiniertes Vorgehen über ein größeres Team, das sich gemeinsam um die sogenannte „Agile Transition“ formt. Bisher wurden ca. 20 Teams beim Kunden auf eine agile Vorgehensweise (Scrum oder Kanban oder eine Mischform davon) umgestellt. Irgendwann wurde allerdings klar, dass diese horizontale Ausbreitung (es gäbe noch mal mindestens so viele Teams, an verteilten Standorten) nicht alleine der Hebel ist, um das Unternehmen agil zu machen. Also müssen Konzepte her, die vom Team bis zum Vorstand alle Mitarbeiter miteinbeziehen.

Jetzt geht man im Scheibenwischer-Verfahren vor: es wird vom Vorstand bis ins Team und wieder zurück ein Durchstich gemacht, das Ganze etwas in der Breite geöffnet, zusätzliche Abteilungen (wie Produktmanagement) hinzugezogen und volià – das Unternehmen nimmt immer mehr Fahrt auf. Wichtig ist, nicht nur die Methodik zu vermitteln, sondern die Menschen an agiles Denken, an kleine Experimente und die lernende Organisation heran zu führen. Behutsam, mit Bedacht, Altbewährtes achtend, neue Ideen sinnbringend eingebracht.

Die agile Transition in diesem Unternehmen ist auf einen längeren Zeitraum angesetzt, es wird von einigen Jahren ausgegangen. Voraussichtlich wird Roland noch öfters das Büro um 12 Uhr verlassen, um in die Rolle eines Agilen Coaches zu schlüpfen.

 

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