/ Rejected by Apple und die Lösung dazu. miitya #2
11. Mai 2016

Mai 2015 – Juli 2015

Rejected by Apple für miitya als Location Based Service App. Damit miitya funktioniert, muss die App ständig auf den Standort des Nutzers zugreifen. Dann kann dieser mit den anderen Nutzern geteilt werden. Nur so ist es möglich, dass die Nutzer sich gegenseitig auf der Karte und auf dem Radar in Echtzeit sehen. Dies schien auch für Apple plausibel zu sein, denn schließlich waren wir und die Entwickler im April in der Lage, eine erste Version im App Store von Apple sowie im Play Store von Google zu veröffentlichen.

Rejected

Bei der zweiten Version wollte Apple aber nun auf einmal nicht mehr mitspielen. Nachdem die App drei Wochen lang geprüft wurde, erreichte uns die Meldung, dass die App für die Aufnahme in den Store zurückgewiesen (rejected) wurde. Begründung: es würde der Hinweis fehlen, dass die App im Hintergrund auf den Standort zugreifen und damit eine hohe Batteriebelastung verursachen würde. Es wurde also genau die Kernfunktion bemängelt, die auch schon in der ersten Version verbaut war.

Akkuverbrauch

Wir konnten leider nicht herausfinden, ob Apple einfach einen schlechten Tag hatte, der Reviewer der App kritischer als sein Vorgänger war, oder Apple jetzt doch gemerkt hat, dass miitya im Grunde ein Konkurrenzprodukt für deren App „Meine Freunde suchen“ ist. Natürlich mit sehr viel weniger Funktionalität, dafür plattformübergreifend nutzbar.

Immerhin gab Apple einen Hinweis, wie dieses Problem zu beheben sein könnte. Folgender Hinweis müsse eingearbeitet werden: „Hinweis: Die dauerhafte Nutzung von GPS im Hintergrund kann die Laufzeit des Akkus drastisch verringern.“ Nur wurde nicht erwähnt, wo dieser Hinweis einzubauen wäre. Also hinterlegten wir diesen in der Beschreibung der App im Store. Daraufhin wurde die App nochmals in den Store geladen. Drei Wochen warten und dann wieder: rejected.

Notifizierung

Apple hatte nach Rückfrage verlauten lassen, dass miitya keine Navigations-App sei und es deswegen nicht zwingend notwendig wäre, dass der Standort kontinuierlich geteilt werde. Da hatte Apple aber nicht mit der Pfiffigkeit der miitya Entwickler gerechnet. Die Entwickler brachten die Idee ins Spiel, dass miitya andere Nutzer notifizieren soll, wenn ein Nutzer in die Nähe (Radius 30 km) kam. Da für uns diese Idee nicht konträr zur Grundidee von miitya stand, wurde diese implementiert und die App nochmals in den Store geladen. Fünf Wochen warten, und dann – Zurückweisung. Der Frust bei uns hatte nun einen Pegel erreicht, der uns zum Gedanken verführte, dass Apple die App möglicherweise gar nicht mehr in den Store lassen würde. Damit wäre die Idee eines plattformübergreifenden Business Networking Tools praktisch schon bei der Entstehung tot.

Ready for Sale

Es war mittlerweile Ende Mai. Es gab nun noch eine Möglichkeit: in den Apps auf der Apple Plattform gibt es immer mal wieder die Hinweise, dass eine App im Hintergrund auf den Standort zugreifen würde. Der Nutzer wird damit im größeren Wochenabstand gefragt, ob dies für ihn in Ordnung sei, mit der Möglichkeit, dies in Zukunft zu unterbinden. Und an diesem Punkt war das Problem zu knacken – bei dieser Meldung, und auch bei ersten Frage bei der App-Installation, ob die App auf den Standort zugreifen darf, wurde der Hinweis „Die dauerhafte Nutzung…“ hinterlegt. Die App wieder ab in den Store und drei Wochen warten. Am 3. Juli die Nachricht von Apple: „The following app has been approved and the app status has changed to Ready for Sale“!

Launch Party

jo hatte in der Zwischenzeit für den 16. Juli eine Launch Party geplant, mit geladenen Gästen. Natürlich sollte die App gezeigt und genutzt werden. Glücklicherweise hatten wir mit der Version von Anfang Juli gerade noch die Kurve gekriegt. Die Freude über die neue Version währte allerdings nur kurz, denn die App war langsam, stürzte ab, wenn die Kontaktliste geladen wurde. Der Fokus auf „wie bekommt man die App in den Store“ hatte dazu geführt, dass die Funktionalitäten vernachlässigt wurden. Hier mussten schnellstens Fixes her und die App nochmals hochgeladen werden. Zu diesem Zeitpunkt war aber schon klar, dass der Zug für die Lauchparty abgefahren war.

In der Zwischenzeit ging die Launch Party vorüber. Diese war trotz den technischen Problemen ein wirklich gelungenes Event mit sehr gutem Catering, sehr netten Gästen und ausgezeichneten Vorträgen. Nur leider ohne funktionierende Version von miitya. Und entsprechend schlechtem Feedback zur App, welches gut nachvollziehbar war.

Bugfixing

Es musste September werden, bis die App in einer einigermaßen nutzbaren Version im Store war. Es hatte rund fünf Monate, sehr viel Schmerz und Tränen gekostet, bis dieser Erfolg errungen werden konnte.

Jetzt aber waren wir heiß auf weitere Erfolge. Die sich so leider nicht einstellen wollten.

Dies ist der zweite Artikel einer Serie über unsere Erfahrungen in der Produktentwicklung nach Lean Startup. Die nächsten Artikel werden sich mit dem Werdegang der App beschäftigen. Dahingegen werden spätere Artikel reflektieren, was wir heute aufgrund der gemachten Erfahrungen anders machen würden. Hier geht es zum ersten Artikel und zum dritten Artikel.

3 thoughts on “Rejected by Apple und die Lösung dazu. miitya #2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Top