/ Fachmedien brauchen neue Geschäftsmodelle. Sonst werden facebook & Co die Publisher der Zukunft.
26. April 2016

Die Deutsche Fachpresse veröffentlicht eben die neuen Fachpresse-Statistiken 2015. Danach sind Fachmedien weiter auf Wachstumskurs. Die stärksten Wachstumtreiber sind digitale Medien, die höchste Zuwachsrate verzeichnen Dienstleistungen. 350 Mitgliedsverlage mit insgesamt rund 3.900 Titeln und einem Umsatz von mehr als 3,3 Milliarden Euro verzeichnen ein Plus von 3,2 Prozent in 2015. Doch das Wachstum – so unsere Prognose – ist endlich. 3,2 Prozent liegen zwar deutlich über den Branchendurchschnitt der Verlage. Doch sind die goldenen Zeiten, in denen Abonnement und Anzeigen (ob in Print oder Digital) ein Garant für starke Erlöse waren, vorbei.

Die gesamt Branche ringt nach neuen Geschäfts- und Erlösmodellen. miityaTOPIC hat das Zeug dazu. Eile ist geboten. Denn inzwischen drängen Social Networks in den verheißungsvollen Markt um Content und Nutzer.

Der Gesamtumsatz deutscher Fachmedienhäuser stieg in 2015 um 105 Millionen Euro auf rund 3,35 Milliarden Euro. Über die Hälfte des Fachmedienumsatzes werden mit Fachzeitschriften erzielt.

Qualitativ hochwertige Inhalte garantieren gute Vertriebserlöse […] Zudem haben Fachmedienhäuser frühzeitig ihr Portfolio entsprechend der Kundenbedürfnisse erweitert und in digitale Medien und andere Geschäftsfelder diversifiziert, die nun Weiterentwicklung und Wachstum tragen.

So die Bilanz von Stefan Rühling, CEO Vogel Business Media und Sprecher der Deutschen Fachpresse.

Allerdings steigen Fachzeitschriftenumsätze im Vergleich zu 2014 nur noch um 1,3 Prozent (Vorjahr 1%).  Und Vertriebserlöse waren in 2015 erstmals höher als die Erlöse aus dem Anzeigenverkauf, der rückläufig ist (-0,8%). Noch entfällt auf die Fachzeitschriften ein Anteil von 56 Prozent (1,8 Milliarden Euro) an den Gesamtumsätzen der Fachmedienhäuser. Die Umsatzsteigerungen sind der Steigerung der Gesamtzahl der Titel (ein Plus von 1,8 Prozent auf 3.893 Titel) geschuldet.

Digitale Medien machen mit einem Anteil an den Gesamtumsätzen von 19,6 Prozent (657 Mio. Euro) immer noch einen kleinen Anteil aus. Hier wuchsen vor allem die Werbeerlöse von Webseiten deutlich stärker als im Vorjahr. E-Books hingegen geringer als in 2014 (+ 6% statt +24%).

Dienstleistungen verzeichnen nach einem Vorjahresrückgang (von 7,8 Prozent) den höchsten prozentualen Zuwachs mit 11,4 Prozent.

Mit wirklich neuen Geschäftsmodellen jenseits der klassischen Wertschöpfungsketten warten – so unsere Erfahrungen – nicht viele Häuser auf. Unser Fazit: Fachverlage haben es bislang versäumt, sich an den Bedürfnissen ihrer Zielgruppen zu orientieren, um neben Inhalt und verlagsnahen Dienstleistungen (Schulungen, Tagungen) zum Hub ihrer Branche zu werden. Dabei könnten sie sich mit ihren Marktzugängen und ihrer Expertise als Themen- oder Branchenportal, als Bindeglied der Nutzer und Stakeholder hervorragend etablieren.

miityaTOPIC ist die Technologie, mit der Fachmedien zum Klebstoff der Branche, zum Tool für mobiles Communitybuilding und -management werden können. miityaTOPIC macht die Verbindungen zwischen den Branchenteilnehmern kontextuell sichtbar und erlaubt den Medienhäusern, Inhalte nach Relevanzkriterien an die eigene Community auszuspielen.

Inzwischen setzen Social Networks immer stärker auf Content: Spielraum von XING, Content Articles von LinkedIn oder Facebook Instant Articles sind massive Offensiven auf die Geschäftsmodelle der Verlage. Das wird den gesamten Markt disrumpieren. Wenn die Verlage nicht umgehend reagieren und endlich ihre Leser und Nutzer selber als Communities aggregieren, werden die Statistiken schon sehr bald weniger positiv ausfallen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Top