/ Digitalisierst Du noch oder transformierst Du schon?
18. Oktober 2017

Das war der Titel eines Vortrages, den der CDO von BSH auf einer unserer Veranstaltungen hielt.
Wir teilen die Beobachtung, dass Unternehmen bevorzugt versuchen, analoge und lineare Geschäftsmodelle (Bsp: Produktion eines physischen Buches) zu digitalisieren (Ausgabe als eBook) und nicht ihr Geschäftsmodell entlang bestehender Substanzwerte wie Marktzugänge, Prozesse oder auch Mitarbeiterwissen zu transformieren.

Ein – und der geneigte Leser möge uns nachsehen, dass wir uns hier wieder exemplarisch der Buchbranche bedienen – kleines Beispiel für einen großen Paradigmenwechsel und den Beginn einer spannenden Transformation markiert für uns der Verlag G&U, bekannt für seine Kochbücher:

G&U publiziert längst auf Basis einer umfangreichen Rezeptdatenbank hoch automatisiert über viele Kanäle. Sie haben eine App gelauncht, die aber nicht die Perspektive des Produktes oder des Verlages – in alter linearer Weise – ins Digitale überträgt, sondern aus der Sicht des Kunden konzipiert wurde: Die App fragt den Nutzer, was er im Kühlschrank hat. Und generiert auf dieser Grundlage Rezeptempfehlungen. Vielleicht wird sie im nächsten Release noch die Empfehlung aussprechen (auf der Basis von Standortdaten), doch den Nachbarn (dessen Kühlschrankinhalt sie kennt) um 2 Eier zu bitten, dann kämen noch weitere Rezepte in Frage. Und in einer dritten Ausbaustufe wird sie – so unsere Vision – zum gemeinsamen Kochen auffordern und so den Markt der Datingapps aufmischen?

Mobile is so important

Mobile is so important […] If you don‘t have a mobile strategy, you are no longer relevant.

Das Zitat wird Eric Schmidt, früherer CEO von Google (oben im Bild rechts. Bild von Steve Jurvetson from Menlo Park, USA (Party Line Dance) CC BY 2.0 via Wikimedia Commons), in den Mund gelegt. Er soll das bereits vor 6-7 Jahren gesagt haben. Wir müssen leidvoll feststellen, dass klassische Gatekeeper – und das sind unseres Dafürhaltens nach – vor allem Leitmessen, führende Fachverlage, große Verbände, Reichweiten starke Portale  – versäumt haben, ihr tradiertes Geschäftsmodell von Print oder sogar „online first“ erfolgreich in das Digitale und Mobile zu transformieren!

Die Messe-App ist bestenfalls ein digitaler Ausstellerkatalog mit Lesezeichenfunktion, das digitale Magazin ein mobiles ePaper, die Verbandsapp ein mobiler Newsletter …. Viel Lineares, wenig Digitales, null Transformation.

Digitale Transformation muss die strategischen Bedürfnisse der Nutzer in den Mittelpunkt stellen

Warum verbindet mich die Messe-App nicht automatisch mit den Herstellern relevanter Angebote? Oder die App des Verlages mit anderen Branchenexperten und versorgt mich zudem mit wirklich wichtigen Inhalten? Oder warum verbindet mich die App des Verbandes nicht mit anderen Mitgliedern, mit denen ich mich austauschen und verstärken könnte? Warum erhalte ich nicht kontextuelle Informationen aus meiner Branche? Die könnten als Kampagnen beim Betreiber gebucht für mich als Nutzer – unter Berücksichtigung meines Profiles und meiner Bedürfnisse – als hochrelevante Informationen und attraktive Angebote wahrgenommen werden. Das schaffte Bindung, Relevanz und eröffnete neue Geschäftsmodelle.

Wir Nutzer wollen weniger Lärm, nicht immer die gleichen redundanten Botschaften über alle Kanäle, sondern kontextuelle und relevante Informationen und Angebote. Ganz einfach!

Oder um erneut Eric Schmidt zu Wort kommen zu lassen:

Wenn ich eine Straße hinuntergehe, können Passanten per Livestream Informationen […] empfangen. […] Das allwissende System trifft also Entscheidungen in Echtzeit und versorgt die Menschen mit Informationen.

Das sagte er im September 2010(!) in einem Gespräch mit der F.A.Z. Höchste Zeit für Transformation! Höchste Zeit für digitale Mobilisierung! Höchste Zeit für miitya!

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